Into The Night: „Messerscharfe Riffs, donnernde Drums, virtuose Soli“

Geradlinige Rockmusik made in Austria. Der bemerkenswerte oberösterreichische Songwriter und Musikproduzent Thomas Haslinger aka Hasnbear stellt mit Into The Night am 27. April 2018 im Innviertler Gasthaus Dobal sein neues Album vor. Im großen KulturToDate-Interview verrät er, was hinter dem neuen Hasnbear Music Opus steckt – nebst der Challenge in der heimischen Musikszene und seiner bedachten Artist’s Philosophy.

Das Album heißt „Into the Night“. Wie ist die „Nacht“ in diesem Album?
Haslinger: „Die Nacht dient auf dem Album als Raum und Zeit für allerlei ungezogenes Verhalten, aber auch als Schauplatz romantischer Innuendos. Man könnte es evtl. so erklären: Musikalisch und thematisch war meine Intention, dass sich alles im Einflussbereich von 1980er Hairmetal-/Glamrock-Bands wie Whitesnake, Dokken, Kiss und dergleichen bewegt. Also im Rahmen einer textlich sowie auch musikalisch mit Klischees und Anzüglichkeiten gespickten Rockmusik, die vor Exaltiertheit, übersteigertem Geltungsdrang, Attitüde und Egozentrik gerade nur so strotzt. Wenn man in dieser Musik jede Performance oder jedes Instrument für sich genauer analysiert, dann kann man schon sagen, dass man sich da musikalisch unter Hochspannung und quasi immer am Limit bewegt. Ich glaube, es gibt in der Rock- oder Popmusik keine vergleichbare Ära, in der man Musikalität, Virtuosität und Attitüde auf einem vergleichbar hohen Niveau mit spielerischer Leichtigkeit vereint hat. Gleichzeitig hat man es geschaft, Massen an Menschen damit anzusprechen, weil das Endprodukt  – also die Musik – trotzdem noch für alle begreifbar war. Mit eben diesem Anspruch bin ich also an das Album herangegangen. Die Handlung der Songs rund um das Thema Nacht, und um das, was man so alles im Dunklen treiben kann, kreisen zu lassen, lag irgendwie auf der Hand. Meistens geht’s halt um einen Protagonisten, der von seiner sexuellen Potenz dermaßen überzeugt und auch übersteuert ist, dass er – einfach gesagt – immer auf der Suche nach einer schnellen Nummer ist. Es kommt in den Songs aber nie zur tatsächlichen Handlung. Thema ist vielmehr der Weg dahin, der Gedanke daran. Das heißt: Das Verzehren danach, das Bedürfnis, der Hunger, die Vorfreude. (Anm.: vgl. z.B. in den Nummern „In The Middle Of The Night“ oder „Give In To Me“) Und wenn es sich in einem Song einmal nicht um die schnelle Nummer dreht, dann geht’s um Liebe und Beziehungen. (Anm.: vgl. z.B. in den Nummern „Forevermore“ oder „Leave It To The Wind“) Und als dritter Themenpunkt steht der Exzess als solcher. (Anm.: vgl. z.B. in den Nummern „Lights Out“ oder „On The Prowl“)

Würdest du dich als Singersongwriter verstehen?
Haslinger: „Nein, definitiv nicht als Singersongwriter im klassischen Sinne. Ich setze mich nicht – oder in den seltensten Fällen – alleine mit der Akustikgitarre hin, um meine lyrischen Gedankenflüsse auszukomponieren, klanglich einzukleiden. Bei mir ist in neun von zehn Fällen zuerst die Gitarrenharmonie, das Riff, da, wonach sich im Nachhinein der Text richtet. Um ein klassischer Singersongwriter zu sein fehlt mir auch die lyrische Eleganz. Tatsächlich ist Into The Night das erste Album, auf dem ich alle meine Songs ausschließlich selber getextet habe und sie auch noch singe. Das erste Hasnbear Music Opus war ja ein Cover-Album, das sich meinen musikalischen Wurzeln gewidmet hat, daher auch der Name Origins.“

Singst und schreibst du ausschließlich auf Englisch?
Haslinger: „Wenn ich singe oder Texte verfasse, dann passiert das mit einigen Ausnahmen ausschließlich auf Englisch. Einige wenige, zum Teil unveröffentlichte Songs haben Texte in eher oberösterreichischer Mundart. Vielleicht werden die Mundarttexte einmal mehr, derzeit sieht es aber nicht so aus.“

Es gab ja auch einmal ein italienisches Projekt?
Haslinger: „Das italienische Projekt liegt schon wieder einige Jährchen zurück. Das habe ich damals zusammen mit meinem engen Freund und musikalischem Weggefährten PJ d’Atri gemacht, der schon ein sehr außergewöhnlicher Musiker und vor allem Gitarrist ist. In dem Projekt ging’s damals um moderne Pop-/Rockmusik mit von einem Bandkollegen selbst verfassten italienischen Texten. Ich selbst kann leider kein Italienisch. Wenn man wollte, so könnte man das Ganze als Foo Fighters meets Ramazotti bezeichnen, weswegen wir auch den Namen Spaghetti Rock Revolution für das erste von zwei Alben gewählt haben.“

Was hat dich zum musikalischen Performen gebracht?
Haslinger: „Kurzum wollte ich immer schon Gitarre spielen können. Singen war mir lange Zeit nicht so wichtig, weil ich auch immer mit Sängern gemeinsame Sache gemacht habe, die meine Musik mit ihren Texten und auch Melodien veredeln wollten und konnten. Um ehrlich zu sein: Ich selbst habe mit dem Singen, vor allem mit dem Singen vor Publikum, erst so richtig ernsthaft mit 30 begonnen. Deswegen sehe ich in diesem Bereich auch noch enormes Steigerungspotential.“

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Foto (c) Maria Katzlberger

Kannst du dich an deinen ersten Song erinnern?
Haslinger: „Jein… Maximal an Versatzstücke. Soweit ich mich erinnern kann, war einer meiner ersten Songs mit meiner ersten halbwegs ernstzunehmenden Band auch in Italienisch. Unser damaliger Sänger wollte eben auch in dieser schönen Sprache singen.“

Was inspiriert dich? 
Haslinger: „Am meisten inspirieren mich natürlich andere Künstler, sei es mit einer markanten Stimme, einer guten Melodie oder einer gelungenen Harmonik. Auch sind es oft schon allein gut gewählte Akkorde oder tighter Rhythmus, die mir eine Gänsehaut bescheren. Ich will dann auch immer sofort so etwas, wie ich es gerade gehört habe, machen. Ich stoße dann beim Versuch – Gott sei Dank – sofort an meine musikalischen Grenzen und beschließe, die Inspiration trotzdem zu nutzen und etwas vergleichsweise Neues zu schaffen, das vielleicht einen ähnlichen Vibe trägt. Ich kenne viele Musiker, die sich z.B. von einem guten Song inspiriert fühlen und dann selbst kreativ werden wollen, sich jedoch z.B. aufgrund der teils enormen gesanglichen Qualität der darbietenden Künstler eingeschüchtert fühlen, sofort das Vertrauen in die eigene Qualität verlieren und so nie oder nur sehr träge zu etwas Eigenem kommen. Das ist schade, denn mit zuviel Ehrfurcht geht die Inspiration verloren. Sie bleiben dann meist bei Coverversionen von bekannten Songs, was ich hier keinesfalls abwerten will. Aber vom Prinzip her schlummert in jedem Menschen mehr kreatives Potential als er selbst wahrhaben will.“

Worauf kommt es für dich beim Songschreiben an?
Haslinger: „Man muss sich drübertrauen und es versuchen! Man lernt relativ schnell, auf den Punkt zu kommen und zu polarisieren. Sich und sein Schaffen richtig einzuschätzen und einzuordnen gehört dazu. Aber, und das ist das Wichtigste: Es gibt einem schon viel Selbstvertrauen, wenn einer anderen Person das auch gefällt. Ich denke, jeder Künstler braucht einen gesunden Minderwertigkeitskomplex – gepaart mit ein bisschen Extrovertiertheit. Das ergibt je nach Vorhandensein und Verhältnis eine gewisse Extravaganz und Individualität, die jedem Künstler innewohnt und die man herauskitzeln muss.“

Sind alle Songs auf „Into The Night“ von dir?
Haslinger: „Ja. Alle Songs habe ich selbst geschrieben, eingesungen, eingespielt und produziert. Es gibt einige Gastgitarrensolos von PJ d’Atri und Florian Haslinger und bei On The Prowl hat Julian Höckner den Orgelpart beigesteuert. Alle sind befreundete Musiker meinerseits, mit denen mich schon einige gemeinsame Gigs und Projekte verbinden und deren musikalische Kompetenz auf dem Album Platz und Ausdruck findet. Sie geben der Musik noch eine schöne Akzentfarbe, die den Songs sehr gut tut.“

Wie kam es zum Label-Namen „Hasnbear Music“?
Haslinger: „Der Name kommt schlicht und einfach daher, dass mich einige meiner Freunde – von meinem Nachnamen Haslinger abgeleitet – so nennen und ich mich halt dazu entschloss, diesen Namen sozusagen als Label zu tragen. Es hört sich lustig an, den Namen hat noch keiner und ich kann mich damit identifizieren.“

Wie gestaltet sich deine Tätigkeit als Produzent?
Haslinger: „Als Produzent habe ich bis jetzt alle Projekte von der Aufnahme – oftmals auch schon vom Songwriting – bis zum Mastern begleitet. Die Leute, für die ich das mache, teilen mir ihre eigenen Verbesserungsideen mit, die ich dann versuche, umzusetzen. Bei mir läuft die Produktion fast zur Gänze digital ab, da ich mir analoges Equipment nicht leisten mag. Ich finde es für meine Zwecke nicht erforderlich, ohne in Abrede zu stellen, dass qualitativ dadurch durchaus Verbesserungen zu erwarten wären. Aber das wäre dann der Schritt, an dem ich die Produktion abgeben würde. Ich bin in der Tat kein Tüftler, der sich tagelang einsperrt, um am optimalen und einzigartigen Sound zu basteln. Diese Zeit habe ich neben 40-Stunden-Job, Familie und Band nicht und auch wenn ich sie hätte, würde ich’s nicht tun. Das widerspricht meinem Naturell. Ich will den Song als solchen fertigstellen und wenn sich ein Endprodukt in meinen Ohren gut anhört dann halt ich’s wie Franzosen: Laissez faire!

Wie würdest du „Into The Night“ beschreiben? Was erwartet?
Haslinger: „Ich wollte Musik machen, die in der Tradition großer 80er Bands steht, d.h. Musikalität, Virtuosität und Attitüde auf hohem Niveau mit spielerischer Leichtigkeit vereinen. Kurz gesagt: Messerscharfe Riffs, donnernde Drums, originelle und virtuose Soli und Vocals, die sowohl melodiös sind als auch eine gewisse Chuzpe aufweisen. Ich wollte anfangs im Stile des Whitesnake-Albums 1987 schreiben, also ein zweites 1987 schaffen. Das war ursprünglich meine Motivations- und Inspirationsquelle. Aber ein Album allein zu diesem Zweck zu schreiben, wäre wahrscheinlich komplett in die Hose gegangen. Gott sei Dank hat sich das im kreativen Prozess dann doch in eine andere, eigenständigere Richtung entwickelt, sodass das Album schon diese gewünschten Trademarks aufweist, aber die Songs und auch die Performance absolut eigenständig nach mir klingen.“

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Haslinger: „Mittlerweile weiß ich einerseits ziemlich genau, was ich machen will und andererseits in welcher musikalischen Nische ich mich am wohlsten fühle. Im weitesten Sinne ist das Rockmusik, in der ich auch immer wieder neue Facetten entdecke und mir kontinuierlich Neues zueigne. Wenn ich Schlagzeug spiele, orientiere ich mich an Leuten wie Phil Rudd, Nicko McBrain, Tommy Aldridge, Mikki Dee – den ich für den ultimativen Metaldrummer mit dem gnadenlosesten Groove halte – und dergleichen. Beim Gitarrenspiel mag ich seit jeher Gary Moore, John Sykes, Brian May, also Gitarristen mit einem enormen Gespür für melodiöses Solospiel und Harmonien. Wenn ich Songs singe, dann überlege ich mir, wie’s denn David Coverdale machen würde. Und da ich von der musikalischen Finesse der genannten Herren weit entfernt bin, wird das jeweilige Resultat von alleine runtergebrochen und das Extrakt ist dann eben mein Stil: geradlinige und melodische Rockmusik mit Zeit für Gitarrensolos und exaltiertem Gesang.“

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Foto (c) Maria Katzlberger

Was ist in der österreichischen Musikszene für dich die größte Challenge?
Haslinger: „Ich würde es nicht allgemein auf Österreich beschränken. Wenn man eigene Musik macht, dann liegt die Haupt-Schwierigkeit denke ich darin, seine Musik zu vermarkten und unter die Leute zu bringen. Der Markt sowie die Musiklandschaft im Popularmusikbereich scheint seit langem übersättigt zu sein. Es gibt so unendlich viele Bands und Projekte, dass es selbst dem potentiellen Publikum schon zu anstrengend wird, sich neue Musik herauszusuchen, die ihm nicht vom Radio aufgezwungen wird. Dazu kommt, dass eigentlich schon alles gemacht wurde und Innovation sich oft nur noch auf Kompexität bzw. mangelnde Durchhörbarkeit kapriziert. Damit meine ich, dass man in einem 3-Minuten-Song eigentlich nicht mehr wirklich innovativ werden kann. Jeder Versuch dahingehend endet in unhörbarer Musik oder einer Reprise oder in einem Aufwärmen alter Schinken. Das ist Fakt, hat natürlich auch seinen Reiz und es bilden sich um einzelne Musiknischen auch schon wieder größere Communities wie man am Beispiel Synthwave sehen kann. Aber es ist und bleibt eine Reprise. Nichtsdestotrotz gibt’s sauviele gute Rock- bzw. Popbands  auch in Österreich, die ehrliche Songs schreiben und gute Musik machen wie Krautschädl, Please Madame, Horst usw. Im Metalbereich gibt es unzählige superbe Bands. Aber: Wir alle, die wir Musik machen, kämpfen mit derselben Challange: Zuerst bemüht man sich, möglichst authentische Songs zu schreiben und aufzuführen, die hoffentlich bei einer mehr oder weniger großen Schar an Leuten Anklang finden. Sobald man diese Hürde genommen hat, muß man sehen, das Ganze auf das nächste Level zu bringen und Konzerttouren zu machen bzw. Festivals zu spielen. Festivals sind an und für sich schon ein schwieriges Kapitel für junge Bands, weil fast alle größeren Veranstalter jedes Jahr das gleiche Line-Up untereinander tauschen. Und der prozentuale Anteil an heimischen Bands ist noch dazu verschwindend gering. Letztere versteckt man dann z.B. auf einer kleinen RedBull Bandwagon Stage, damit ja nicht zu viele Leute mitbekommen, dass es sich dort oder da doch um die eine oder andere vielversprechende Musikgruppe handeln könnte. Alle köcheln in der ureigenen Suppe und beharren auf dem Status Quo. Es gibt deshalb auch so wenig Solidarität in der Szene, weil jeder sein Ding macht und von sich denkt, er sei der Allergrößte. Dem ist nicht so, denn durch die Tatsache, dass alles schon mal da war, ist auch die Bedeutung, die die Künstler ihrem eigenen Schaffen zumessen, vergleichbar mit einem Sack Reis in China. Derzeit ist es halt so, dass das Musikbusiness nicht von der Kunst am Leben gehalten wird, sondern von den Managern und Seilschaften untereinander. Wie sonst ist es zu erklären, dass es nur zwei Gruppen von Musikern gibt, die, völlig von marktwirtschaftlichen Zwängen befreit, Musik schaffen können? Die eine besteht aus Bands und Musikern, die kein Label haben (wollen) und Musik rein aus Spaß an der Freude machen und somit auch in Kauf nehmen, weniger Publikum zu erreichen. Die andere Gruppe besteht aus Uralt-Veteranen, denen nun schon alles wurscht ist und die sprichwörtlich auch eine leere CD verkaufen könnten, weil ihre Fans sie derart vergöttern. In dem Bereich ist auch der Fan an sich ein kurioses Paradoxon, denn einerseits jubelt er die Band hoch, weil deren erste zwei oder drei Alben so einmalig unerreichbar sind und andererseits wäre es ihm lieber, dass die Band in Pension geht, damit sie sich nicht aufgrund der von Alters wegen schlechter gewordenen Performacne noch mehr blamieren ergo ihr eigenes Denkmal ruinieren. Trotzdem besucht man immer wieder viele Konzerte dieser Gruppen und zahlt auch noch horrende Eintrittspreise, damit es diese Produktionen, die sie ja schließlich und endlich seit den 80ern sind, auch weiterhin gibt und somit Platz für Neues nicht geschaffen werden kann. Die allerletzte Hürde, über die es sich absolut nicht zu sprechen lohnt, weil das ein Zustand ist, ist der Rundfunk und das Fernsehen. Es mag bei uns eine Vielfalt an Sendern geben, jedoch alle haben dasselbe Programm. Und in Österreich orientiert man sich immer am deutschen Nachbarn. Pushen die Deutschen z.B. einen Tim Benzko oder einen Max Giesinger, wird bei uns genau nach denselben Typen gesucht und so wird die Einheitssuppe immer dicker, die Produktionen gleichklingender und die Musik eintöniger. Im Poprock machen alle 4 Akkorde, 3 Minuten, 1 Hit. Im Metal klingt vieles nach Linkin Park, im Jazz nach Norah Jones usw. Im Endeffekt ist das der künstlerische Abgesang einer Popmusik, die immer schon vorhersehbar war, jedoch jetzt auch noch wirklich langweilig wird, weil sie einfalls- und variantenlos ist. Heimische Popmusik wird heutzutage leider gebetsmühlenartig in  gleicher Art und Weise heruntergeleiert, dass einem die Füße unterm Gehen einschlafen. Vor 30, 40 Jahren war’s sicher besser und abwechslungsreicher – Tatsache! Man braucht sich nur Danzer, Ambros, Falco und Konsorten anhören und bekommt den Beweis. Alles klingt anders und hat eine eigene Identität. Über die Qualität lässt sich hier natürlich auch immer streiten, aber abwechslungsreicher war’s auf jeden Fall.“

Wo bist du schon überall aufgetreten? Gibt es für dich ein persönliches Highlight?
Haslinger: „In meinen 20ern war ich liveperformancemäßig sehr nachlässig, was ich bis zum heutigen Zeitpunkt echt ein bisschen bereue, weil mehr möglich gewesen wäre. Aber ich bin da auch nicht immer vom Glück verfolgt, denn meist bin ich zur falschen Zeit am falschen Ort mit den falschen Personen unterwegs, die dann noch dazu nicht hinter meinen Projekten stehen, sondern eher eigene Ziele verfolgen. Gespielt hab ich schon in allerlei Locations. Vom kleinen Pub angefangen, über kleinere Hallen bis zum Bierzelt, war vieles dabei, an was man sich gerne oder auch nicht so gerne erinnert. Das Highlight an sich gibt es für mich nicht. Jeder Gig ist ein eigenes Highlight, auf das ich mich freue. “

Was ist Musik für dich?
Haslinger: „Musik ist für mich in all seinen Facetten ein erlernens- und erlebenswertes Medium, das für mich unverzichtbar ist. Egal, ob ich in der Rolle des Zuhörers bin oder wenn ich selbst spiele: es wird nie langweilig und es gibt immer Neues zu entdecken.“

Wie hat es bei dir musikalisch eigentlich angefangen? Wusstest du immer schon, dass Musik dein Weg ist?
Haslinger: „Wie viele hab auch ich als Kind davon geträumt, mit einer Band auf der Bühne zu stehen. Und ich habe auch schon früh angefangen, CDs zu kaufen und zu hören. Nur wie es halt so ist, gibt’s auch viele andere Sachen, denen man sich als Kind und Teenager widmet. Und wirklich zur praktischen Musikausübung gekommen bin ich erst mit 12 Jahren, als ich angefangen habe, Schlagzeug zu spielen. Dann ist eigentlich alles Schlag auf Schlag gegangen.“

Mit wem wärst du gerne aufgetreten bzw. würdest du gerne auftreten und warum?
Haslinger: „Ja, da gibt’s unzählige. Aber aktuell in Österreich: Definitiv mit Krautschädl, Please Madame, Horst oder gern auch mit Turbobier. Ich könnte mir vorstellen, dass es mit keiner der genannten Bands langweilig wird.“

Mit welchen aktuellen Projekten bist du beschäftigt?
Haslinger: „Mit dem Abschluss von Into The Night ist es produktionstechnisch ruhiger geworden. Ich bin gerade dabei, mir jetzt diejenigen Songs, die man mit der Akustikgitarre umsetzen kann, so zurechtzulegen, dass ich sie auch jederzeit aufführen kann. Denn um die Songs im Originalgewand aufführen zu können, fehlt mir derzeit eine auf das Songmaterial eingespielte Backingband, was schade ist. Aber ich mache das Beste aus der Situation und schaue, dass ich die Songs auch so rüberbringen kann, sodass sie beim Publikum auch in rein akustischer Form – also quasi unplugged – zünden. Im Prinzip ist es aber so, dass ich eigentlich schon wieder ein bereits fertiges Album in der Hinterhand halte. Dabei handelt es sich um ein Projekt mit einem befreundeten Sänger, der mir einige meiner Songs eingesungen hat. Das Projekt bewegt sich aber ganz eindeutig im Metal (Melodicthrash-/Death-Metal). Jetzt ist es aber so, dass ich auch schon wieder einige neue selbst eingesungene Songs von mir fertig habe. Ich bin am Überlegen, was Priorität haben soll.“

Einerseits ein bunter Boden, andererseits wurden unlängst die Kürzungen in der Unterstützung der heimischen Szene beklagt. Wie beobachtest du die Entwicklungen in der heimischen Musikkultur?
Haslinger: „Wie gesagt, kann ich der derzeitigen Situation nicht viel Positives abgewinnen. Wobei es mir mittlerweile auch egal ist, da auch vom potentiellen Publikum kein wirklicher Wunsch nach Veränderung vorhanden ist. Man kocht halt gerne in der eigenen Suppe und es soll halt alles gefälligst so bleiben, wie es ist. Und mit der neuen Regierung erhält dieses Credo noch einen ordentlichen Unterbau, weil auch Förderungen gekürzt oder gar abgeschafft werden. Aber ich habe persönlich eh nicht viel von Förderungen von politischer Seite für unabhängige Musiker gehalten und hätte auch nie eine beantragt. Das geht für mich nicht zusammen. Für vor allem kleinere Musik- und Kulturschaffende kann das Ganze nicht gut enden. Aber wer weiß, was rauskommt. Vielleicht wird die österreichische Musiklandschaft abseits des Mainstreams ja noch viel mehr zum Fleckerlteppich zersetzt, als es bisher bereits geschehen ist. Ich sehe das relaltiv gelassen und pragmatisch, weil mich das einfach nicht tangiert. Was kommt, das kommt.“

Was soll Kunst, deiner Meinung nach? 
Haslinger: „Kunst und im weiteren Sinne Musik, darf nicht politisch werden oder sein. Ich kann mit politisch beeinflusster Kunst kreativ rein gar nichts anfangen. Sie inspiriert mich nicht dazu, etwas Neues zu schaffen, sondern führt eher zum Gegenteil. Sie blockiert mich. Ich finde sie aber für eine intellektuelle Auseinandersetzung höchst interessant und spannend. Wahrscheinlich ist der für meinen Geschmack oft negative Gebrauch bzw. die Politisierung der Kunst, egal für welche politische Richtung, der Grund, der mich davon abhält, auch in meiner Musik politisch zu werden. Das würde ich mir darüber hinaus aber auch selbst nicht abkaufen. Wahrscheinlich auch kein anderer.“

Links & Infos: 

CD-Präsentation Into The Night: 27.04.2018, 21:00, Gasthaus Dobal in Aurolzmünster mit 2-OF-US Liveband. Die Show- und Coverband, ursprünglich als Duo um Florian Feuchtenschlager und Stefan Hell gegründet, ist mittlerweile (verstärkt durch Dominik Saloberger an den Drums und Thomas Haslinger am Bass) als Quartett unterwegs.

Das Album steht auch schon zum Download bereit unter:
http://amazon.hasnbearmusic.com
https://itunes.apple.com/at/artist/hasnbear-music/1261271810
https://hasnbearmusic.bandcamp.com/album/vol-2-into-the-night

Beitragsbild (c) Thomas Haslinger.

 

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